Marlene Dietrich


"Nimm dich in Acht vor blonden Frau’n“. Die Goldenen Zwanziger prägten die Mode wie kaum ein anderes Jahrzehnt. Während des ersten Weltkrieges mussten Frauen plötzlich Berufe in Männerdomänen übernehmen, der Zugang zu universitärer Bildung wurde gelockert und Frauen wollten, genau wie Männer, am gesellschaftlichen Leben außerhalb der eigenen vier Wände teilhaben. Der kulturelle Wandel der damaligen Zeit spiegelte sich auch in der Mode wieder. Das neue Frauenbild verlangte nach Kleidung ohne (gesellschaftliches) Korsett, die funktional war und in der Frau Jazz, Tango und Charleston tanzen konnte. Eine, die dieses neue Frauenbild nachhaltig prägte, war Marlene Dietrich. Sie war die erste, die typisch "männliche“ Kleidung trug, ohne dabei Ihre Weiblichkeit zu verlieren. Ihre Chansons sang sie zwar am liebsten in Hosen, Hemd, Blazer und Krawatte, doch stets mit perfekt frisierter Wasserwelle und sinnlich betonten Lippen. Auf diese Weise sorgte sie für ein erstes Umdenken hinsichtlich der klassischen Rollenverteilung. Neben ihrer unverwechselbar rauchig-sinnlichen Stimme ein Grund, warum Marlene Dietrich für mich noch heute die Frau ist „nach der man sich sehnt.“