Das Style-ABC

Anzug

Der perfekte Anzug betont die T-Form des männlichen Oberkörpers, umspielt Beine und Po lässig und ist nach einem Zwölf-Stunden-Tag immer noch faltenfrei. Wer an den perfekten Zweiteiler denkt, landet unweigerlich bei James Bond. Pierce Brosnan trug als "007" in all seinen Filmen Anzüge des italienischen Traditionshauses Brioni, das 1945 in Rom gegründet wurde. Gut zu wissen: 1952 war Brioni das erste Modelabel, das Männer über den Laufsteg schickte.

Bikini

Wer dachte, der Bikini sei in den Vierzigern von Louis Réard erfunden worden, liegt nicht ganz richtig. Zwar hat sich der damalige Automechaniker (!) 1946 tatsächlich eine Zeichnung des Zweiteilers patentieren lassen, doch schon im alten Rom wurde er zum Sport getragen. Es sollte aber bis zu den frühen, etwas freizügigeren Sechzigern dauern, bis der nach dem gleichnamigen Südsee-Atoll benannte Bikini eine ernstzunehmende Alternative zum Badeanzug wurde.

Capri Hose

Die deutsche Modeschöpferin Sonja de Lennart gilt als Erfinderin des "Capri-Looks". Den Durchbruch feierte die dreiviertellange, hoch taillierte und mit einem kleinen seitlichen Schlitz versehen Hose, als Kostümbildnerin Edith Head Stilikone Audrey Hepburn 1953 im Film "Ein Herz und eine Krone" in Caprihose kleidete. Großen Frauen stehen die Hosen ausgezeichnet. Sie sind eher klein? Absatzschuhe tragen! Die lassen Sie größer und schmaler wirken.

Dauerwelle

Kringel, Welle, Schmalzlocke Minipli – was 1906 vom deutschen Frisör Karl Nessler erfunden wurde, schmückte spätestens in den Achtzigern die Hipster-Häupter der Welt. "Ja ne, is klar!" Für eine Dauerwelle werden zunächst die Wasserstoffbrücken des Haarkeratins aufgebrochen. Ist das Haar in Form gebracht, wird es anschließend mithilfe eines Oxidationsmittels fixiert – eine echte Tortur fürs Haar. Wie gut, dass das heute schonender und schöner geht!

Etuikleid

Ich liebe Kleider! Warum? Weil sie einfach jeder Frau schmeicheln. Folgendes sollten Sie sich merken: Je geradliniger, also je ruhiger und schlichter, ein Look ist, desto schmeichelhafter ist er. Sie wollen schlanker aussehen? Dann sind Kleider und Einteiler genau das Richtige. Probieren Sie's aus. Ein Etuikleid sitzt übrigens genau dann perfekt, wenn es die Figur enganliegend umspielt, ohne dass an Brust oder Po Spannungsfalten entstehen.

Fell

Ob kleiner Fellkragen oder bodenlanger Mantel: Fake Fur assoziiere ich mit Weiblichkeit. Es gibt kaum ein Material, zu dem falsches Fell nicht gut aussieht. Es ist das perfekte Hingucker-Accessoire im Winter: Jeans verleiht es den nötigen Hauch Extravaganz, Seidenkleidern nimmt es das Mädchenhafte, Ledershorts wirken weniger streng. Eine gute Qualität muss sein: Die Billigvariante sieht meist vornehmlich nach Fake und nicht nach Fell aus.

Gummistiefel

Waren Gummistiefel früher allein Förstern, Fischern und Serienmördern in nur semi-gruseligen Neunziger-Horrorstreifen vorbehalten, gehören sie heute längst in jeden gut sortierten Schuhschrank – und zwar nicht nur von leidenschaftlichen Festival-Besucherinnen und Hundebesitzerinnen. Ich trage meine am liebsten zu schönen, schicken Kleidern. Sie haben richtig gelesen: Gerade zu eleganten Outfits sind die derben Boots ein toller Stilbruch.

Hipster

Der Duden schreibt: "(Jargon) Jemand, der über alles, was modern ist, Bescheid weiß, in alles Moderne eingeweiht ist." Sie denken, "Mustache" sei ein süß-schokoladiges französisches Gebäck? Alle diese Brillen sehen für Sie gleich aus? Und eine Fliege haben Sie das letzte Mal gesehen, als Sie sich alte Fotos Ihrer Urgroßeltern angesehen haben? Macht nichts. Es sei denn, Sie fahren nach Berlin-Mitte. Dann brauchen Sie vorher dringend Hipster-Nachhilfe.

Indigo

Es ist der Stoff, aus dem die Hosen sind. Na gut, nicht alle, aber so ziemlich alle Jeans. Und genau genommen ist Indigo auch nicht der Stoff, sondern nur der Farbstoff. Schön hört es sich trotzdem an! Fest steht: Die Redewendung "Blau machen" hat sich aus dem Färbeprozess entwickelt. Denn die Textilien nehmen erst während einer Oxidationsphase den Farbstoff an. Zeit, die die Arbeiter viel lieber mit Nichtstun (oder einem kleinen Schnäpschen) verbrachten.

Jogging Glam

Auch im kommenden Winter bleibt der Jogging Glam à la Juicy Couture einer der wichtigsten Trends. Weg von seinen schrillen Anfängen – ich erinnere mich wirklich nur ungern an die pinkfarbenen Nikki-Hosen mit wahlweise sexistischen oder "lustigen" Aufschriften auf dem Gesäß – ist er seit geraumer Zeit als Freizeit- und Business-Look etabliert. Der Trick: Materialien wie Jersey werden mit edlen Stoffen wie Seide oder Leder und eleganten Schnitten kombiniert.

Kelly Bag

Mit ihrem sich hauchzart nach oben verjüngenden Körper und dem zeitlos elegantem Verschluss steht der "Sac à dépêches" von Hermès seit 1935 fest auf rechteckigem Boden. Diesen Namen haben Sie noch nie gehört? Seit Ende der Siebziger ist sie besser bekannt als "Kelly Bag“, benannt nach Schauspielerin Grace Kelly, die sich am Filmset von Hitchcocks "Über den Dächern von Nizza" unsterblich in sie verliebt haben soll. Ich kann es ihr nicht verdenken.

Lippenstift

Ob klassisches Rot, schrilles Orange, zurückhaltendes Rosé oder dramatisches Aubergine: Lippenstift ist viel mehr als ein Farbtupfer. Er macht einen Look zu dem, was er ist. Er komplettiert, ergänzt oder verändert von Grund auf. Frauen betonen ihre Lippen schon seit der Antike, doch erst seit der Weltausstellung von 1883 hat das Kosmetikprodukt seine typische Stiftform. Es war Guerlain, der den Lippenstift 1910 erstmals in eine Metallhülse steckte.

Marlene-Dietrich-Hosen

Singen Sie mit: "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt!" Marlene Dietrich prägte den Look der Goldenen Zwanziger wie kaum eine andere. Anstelle von hübschen Hängerkleidchen trug die Dietrich lieber Hemden, Blazer, Krawatten und Hosen – Kleidungsstücke, die damals klar Männern vorbehalten waren. Ein Skandal! Und eine Revolution. Geblieben sind neben ihren rauchigen Chansons auch die Hosen: schmal in der Taille mit langem, weitem Bein.

Nude Look

Er soll nach "Nichts“ aussehen und ist doch so viel mehr: Der Nude Look ist das perfekte Make-up für jeden Tag. Gesicht, Augen, Brauen, Lippen und Nägel werden so dezent wie möglich in Naturtönen betont. Die Kunst? Trotz Make-up natürlich schön und beinahe ungeschminkt auszusehen. Mein Tipp? Eine gute Foundation. Sie muss perfekt zum Hautton passen, eine leichte, nicht allzu deckende Textur haben und die Haut den ganzen Tag mit Feuchtigkeit versorgen.

Overall

Das Wort setzt sich zusammen aus den englischen Begriffen"over“ und "all“, die so viel bedeuten wie "über allem“. Schade, dass man mit diesem Kleidungsstück nicht automatisch über den Dingen steht. Den Einteiler, auch "Onepiece“ oder "Jumpsuit" genannt, trugen Fabrikarbeiterinnen und -arbeiter früher über der Kleidung, um sich vor Schmutz oder Chemikalien zu schützen. Der schöne Schlankmacher ist eins der wichtigsten Must-Haves in diesem Herbst.

Petticoat

Sie hätten hier ein anderes Bild erwartet? Falsch liegen Sie nicht, wenn Sie den weit schwingenden, gerüschten Unterrock mit wilden Tanzeinlagen zu Rock’n’Roll-Beats und dem Abschlussjahrmarkt von Sandy und Danny verbinden. Doch Petticoats wurden bereits im 16. Jahrhundert als Unterrock getragen – bodenlang und aufwendig verziert waren sie nicht nur formgebend für weit schwingende Kleider, sondern vor allem ein wichtiger Teil des Gesamteindrucks.

Qualität

"Geiz ist geil" ist gestern. Zum Glück! Endlich setzt man auch in der Modeindustrie vermehrt auf Qualität statt Quantität. Die Herkunftsbezeichnung "Made in Germany" wurde Ende des 19. Jahrhunderts in Großbritannien eingeführt, in das Deutschland mehr und mehr Waren exportierte. Die Briten wollten sich vor Plagiaten und Nachahmerprodukten schützen. Heute steht das Gütesiegel für einen hohen Qualitätsstandard.

Rouge

Kaum ein Kosmetikprodukt tut so viel für Sie wie Rouge. Ein heller Roséton zaubert nach schlaflosen Nächten Frische ins Gesicht, Bronzer lässt Sie auch im dunklen Büroalltag nach Urlaub aussehen – und ja, wirklich immer lässt Rouge Sie mindestens zwei Jahre jünger aussehen. Frauen mit eher bläulichem Teint stehen rötlich-pinke Farben gut, Frauen mit olivfarbenem Teint bräunliche Töne. Sie sind sich unsicher? Pfirsich- und Apricot-Nuancen gehen immer.

Schlaghose

Fragen Sie sich nicht auch manchmal, wann Sie Ihre coole alte Schlaghose endlich wieder anziehen können? Nach ihrer ersten modischen Hoch-Zeit in den Siebzigern feierten die Hosen mit dem ausgestellten Bein in den Neunzigern ein Riesen-Comeback. Weitere zwanzig Jahre später wurden die Hosenbeine zwar wieder ein ganz klein wenig weiter, ein weiteres Comeback blieb aber aus. Wie schade! Lassen Sie uns singen, so lange wir warten. "Mamma Mia"...

Trenchcoat

Hätte Schauspieler Peter Falk in im Pilotfilm zur Serie "Columbo“ nicht gefroren, wäre sein beigefarbener Regenmantel wohl niemals zum Markenzeichen des schrulligen Inspektors geworden. Der Zweireiher aus wasserabweisendem Gabardine mit dem Taillengürtel ist zum Inbegriff der Übergangsgjacke avanciert. Das Kammgarn-Gewebe wurde 1870 von Thomas Burberry erfunden. Ein Trenchcoat gehört in jede gut sortierte Allwetter-Garderobe.

Urban Jungle Look

Palmenmotive bei Emporio Armani, Hibiskus-Blüten bei Hermès oder Hawaiianische Drucke bei Marc Jacobs: Tropische Prints waren einer der Trends im Sommer. Und bleiben es auch im Winter. Kein Wunder, denn die bunten Blumenkleider sind ein willkommener Farbtupfer im wolkenbehangenen, feuchtkalten und sonst eher trübgrauen Alltags-Einerlei des Großstadtdschungels. Kombiniert werden sie mit schlichten Mänteln oder grobem Strick.

Vogue

Sie ist und bleibt die einzig wahre Modebibel. Die erste Ausgabe erschien 1892 in den USA, 1928 wurde sie erstmals auch auf Deutsch herausgegeben. Heute erscheint die VOGUE in 21 Ländern. Designer, Fotografen, Supermodels, Top-Stylisten, Autoren oder persönliche Assistentinnen: Damals wie heute ist in, wer "en vogue“ ist. So ist es wirklich nicht verwunderlich, "dass Millionen von Mädchen für diesen Job sterben würden".

Wimpernzange

In diesem Punkt lasse ich nicht mit mir diskutieren: Eine gute Wimpernzange ist ein echtes Muss für alle, die nicht mit von Natur aus perfekt geschwungenen Wimpern gesegnet sind – und mal ehrlich: Wer ist das schon?! Mein klarer Favorit ist das Modell von Chanel. Das ist besonders sanft zu den feinen Härchen. Wimpern immer zuerst in Form bringen und erst dann tuschen! Feuchte Wimpern können brechen und wachsen nur äußerst selten komplett nach.

XL-Dekolleté

Was haben Model Heidi Klum, Moderatorin Barbara Schöneberger und Kanzlerin Angela Merkel gemeinsam? Richtig, ein tolles Dekolleté. Damit das auch in der womöglich vierten Legislaturperiode umwerfend aussieht, sollte Frau ihm besondere Pflege-Aufmerksamkeit zukommen lassen. Ein wöchentliches Peeling entfernt alte Hautschüppchen, eine Intensivmaske macht die Haut zart. Sport stärkt die Brustmuskulatur und hält das Gewebe straff.

Yves Saint Laurent

Er war der Erste, der sich für seine Kollektionen vom Look der Straße inspirieren ließ. Der Erste, der in seinen Mondrian-Kleidern moderne Kunst auf Kleidung brachte und sie so erstmals einer breiten Masse zugänglich machte. Manche behaupten sogar, er habe mit seinem Blazer für die Frau maßgeblich zur Emanzipation beigetragen. Fest steht: Yves Saint Laurent war bis zu seinem Tod 2008 (einer) der einflussreichste(n) Modedesigner des 20. Jahrhunderts.

Zwiebellook

Dieser Look trägt seinen Namen nicht etwa, weil man bei seinem Anblick in Tränen ausbrechen würde. Auf die Schichten kommt es an. Ganz im Sinne seiner Erfinderin Jil Sander darf wild, fröhlich und wetterabhängig nach Lust und Laune übereinanderkombiniert werden. Während japanische Forscherinnen und Forscher derzeit daran arbeiten, tränenfreie Zwiebeln zu züchten, freuen wir uns, dass der Zwiebel-Look wohl nie aus der Mode kommen wird.

Rufen Sie mich gerne an!

Alle jene, die beim Thema Style schnell mit ihrem Latein am Ende sind, kann ich beruhigen: Es ist alles viel weniger kompliziert als es scheint. Ob Sie wissen wollen, wie Sie Ihr Gesicht mit Rouge perfekt betonen, ob Sie am Strand lieber Bikini oder Badeanzug tragen sollten, warum gerade Ihnen Caprihosen besonders gut stehen oder welcher Trenchcoat der richtige für Sie ist: Schreiben Sie mir eine Email oder rufen Sie mich an. Ich beantworte Ihre Fragen gern.